Geschichtliches

Chicoree ist ein vergleichsweise "junges Gemüse".
Früher wurde aus den Wurzeln ein Kaffee-Surrogat
gebrannt, der Bohnen-Kaffee-Ersatz für die "armen Leute".
Um 1845 entdeckte der Chefgärtner Brèzier des Brüsseler
Botanischen Gartens in einem dunklen Hauskeller zufällig
Zichorienwurzeln, die im Dunkeln nochmals zu treiben begonnen hatten.

Diese Triebe erwiesen sich als außerordentlich schmackhaft. 1873 wurde Witloof (flämisch: Weißlaub) zum ersten Mal auf einer Messe vorgestellt und stieß bei den Besuchern aus Frankreich, Belgien und Holland sofort auf grosses Interesse.
Dass diese Länder die Vorreiter in Sachen Chicoree waren, merkt man auch am

"Pro-Kopf-Verbrauch".

Dieser liegt im Jahresduchschnitt in Frankreich bei ca. 5 kg, in Belgien bei ca. 4 kg,
ein Holländer verzehrt etwa 3,5 kg Chicoree, gefolgt von den Schweizern mit 2,5 kg.
Die Deutschen hingegen verzehren nur etwa 350 g pro Person,
was sich im Vergleich als ziemlich wenig erweist. Vor allem in
den letzten 20 Jahren wurde nun an Geschmack und Form
experimentiert und als Ergebnis ein besonderes delikates,
gesundes Gemüse gezüchtet.

Nährwert

Der Chicoree ist ein sehr kalorienarmes Gemüse. Auf 100 g kommen
nur etwa 17 Kalorien, was ihn vor allem für schlankheitsbewusste
Menschen sehr interresant macht.
Ausserdem enthält er sehr viel Kalium, Calcium und Phosphor zu
gleichen Teilen, sowie Magnesium, Eisen, Zink, Kupfer und Mangan.
Hoch ist auch der Anteil an Vitamin C, mit 10 mg auf 100 g, und
Vitamin A, sowie Spuren von B-Vitaminen sind enthalten.
Ein weiterer Bestandteil ist der Bitterstoff Intybin, dessen agressive
Bestandteile inzwischen weggezüchtet wurden und der appetitanregend
wirkt und den Magen, die Milz und die Bauchspeicheldrüse
stimuliert. Zusätzlich aktiviert er Leber und Galle.
Auch das Kohlehydrat Inulin ist nicht zu vernachlässigen, was vor
allem Zuckerkranke dazu bewegen sollte, ihn in Ihren
Speiseplan aufzunehmen.

Qualitätsmerkmale

Beim Einkaufen sollte darauf geachtet werden, dass der Chicoree
knackig und frisch aussieht und der Spross leicht gelblich, höchstens
zartgrün ist. (Ausser natürlich beim roten Chicoree).
Dies deutet auf eine korrekte Lagerung hin und gewährleistet einen
zarten Bittergeschmack.
Wenn der Chicoree zu lange dem Licht ausgesetzt wird, verfärbt er sich
grün und schmeckt unangenehm bitter.
Ziemlich neu auf dem Markt ist der rote Chicoree, der zwar etwas
teurer, aber im Geschmack milder ist als sein blasser Kollege und
der vor allem in Salaten einen schönen Farbkontrast bildet.
Die Lagerung zu hause erfolgt am besten kühl und dunkel (Gemüsefach
des Kühlschranks), so ist er mindestens 1 Woche haltbar.